Die gängigsten Schutzmöglichkeiten
Beschilderung ist eine kostengünstige, aber weder für die Amphibien noch für die Helfer Erfolg bringende Lösung.
Autofahrer halten sich in der Regel nicht an eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Auch auf wandernde Amphibien nehmen sie keine Rücksicht - meist da sie diese nicht wahrnehmen.
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Mobiler, saisonaler Amphibienzaun
ist eine vergleichsweise kostengünstige Lösung, die aber mit einem großen und jährlich wiederkehrenden Organisationsaufwand (Checkliste Zaunaufbau;
.pdf-Datei 13 kB) verbunden ist:
- Amphibienwanderungen ziehen sich in der Regel 6 Wochen lang hin.
- Gerade bei individuenstarken Wanderwegen ist die Betreuung durch 1 oder 2 Personen normalerweise nicht zumutbar.
Das heißt, es muss eine Helfertruppe gefunden und organisiert werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass
Entschädigungsgelder beantragt werden können, empfiehlt es sich, den
Helfereinsatz zu organisieren. Hierfür stellen wir Ihnen ein Excel-Formular
bereit, das jedes Jahr angepasst werden kann und die Organisation der Helfer
untereinander, aber auch die Abrechung erleichtern hilft:
Formular zur Organisation einer Helfergruppe herunterladen (Excel-Datei, 18kb)
- Zusätzlichen Aufwand bedeutet die Organisation des Zaunmaterials, der Aufbau und der Abbau des Zaunes und die Einlagerung des Zaunes.
Dies erfolgt an vielen Straßen inzwischen durch den Baulastträger (Ansprechpartner) - die örtlichen Betreuer müssen
"nur" die Startzeichen zum Auf- und Abbau geben und die Betreuung vornehmen.

Es stehen verschiedene Zaunmaterialien zur Verfügung (Holz, Blech,
Kunststoff, Draht), Materialien, die im Baumarkt
besorgt werden können oder auch Materialien,
die speziell als Amphibienschutzzäune gefertigt
worden sind (Händleradressen).

Welches Material verwendet werden kann, hängt von den zu betreuenden Amphibienarten ab:
- Tauchen nur Erdkröten am Wanderweg auf, kann ein einfacher Drahtzaun genommen werden, der aber nach unten bündig abschließend in den Boden eingegraben werden muss.
- Wandern auch andere Arten, muss der Zaun zusätzlich oben gegen die Wanderrichtung umgebogen sein, damit die Tiere ihn nicht überklettern können.
- Wandern Grasfrösche oder andere sprungstarke Frösche, sollte der Zaun
einen Überkletterschutz haben und höher als 30cm sein.
Besonders Wanderwege, die im Umfeld von durch Menschen stark frequentierten Wegen oder Straßen liegen, sollten mit einer Hinweistafel versehen werden, die über die Maßnahme informieren.
Alle Betreuer sollten vor dem Absammeln der Tiere beachten, dass sie Warnwesten tragen, funktionierende Taschenlampen dabei haben, ggf. Werkzeug zum Nachbessern des Zaunes, ....... (Checkliste Sammelanleitung;
.pdf-Datei 26 kB).
Nebenbei können beim Betreuen wichtige Daten gesammelt werden: Nur über diese Daten kann man Aussagen zu landesweiten Bestandsveränderungen herleiten! Bitte schreiben Sie daher auf, welche Arten (Bestimmungshilfe) und wie viele Tiere welcher Art Sie über die Straße tragen. Der Sammelbogen für Zaunbetreuung ohne Eimer
(.doc-Datei 31 kB) kann Ihnen dabei helfen.
Diese Daten können Sie direkt in die
Online-Wanderwegsdatenbank auf
dieser Homepage eingeben - so behalten auch Sie ohne großen Aufwand den
Überblick!
Manchmal empfiehlt es sich, am Zaun Fangeimer zu installieren. Diese Eimer (10-15 l) müssen so eingegraben werden, dass die Amphibien beim Entlanglaufen am Zaun "automatisch" hineinfallen - sie sollten nicht am Zaun entlang um den Eimer herumlaufen können. Gegebenenfalls kann hier am
Zaunfuß mit einem Stein oder Erdklumpen eine Wanderbarriere errichtet werden. Sollten Sie Eimer verwenden, hilft Ihnen bei den Erfassungen der Sammelbogen für Zaunbetreuung mit Eimern
(.doc-Datei 38 kB) weiter.
Beim Einsatz von Fangeimern besteht die Gefahr, dass Amphibien vertrocknen bzw. erfrieren. In die Eimer sollte man daher eine Handvoll Laub geben, unter dem sich die Tiere verstecken können.
Der Einsatz von Fangeimern verpflichtet die Betreuer zur täglichen Kontrolle: Bei Frosteinbrüchen, bei großer Trockenheit muss morgens und abends kontrolliert werden!
Häufig finden sich in Fangeimern auch andere Tiere z.B. Käfer und vor allem Mäuse. Ein dünner Stock, der vom Boden zum Eimerrand führt, hat sich als Kletterhilfe gerade für Käfer bewährt (Molche sollten ihn aber nicht erklimmen können!). Dennoch sterben gerade Mäuse häufig in Fangeimern. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Kreisgruppe oder bei der Unteren Naturschutzbehörde (Ansprechpartner) nach Experten vor Ort, die diese Tiere bestimmen können: Gerade an Amphibienwanderwegen wurden schon häufig seltene Mausarten festgestellt.
Grenzen dieser Methode
Mit Hilfe eines im Frühjahr provisorisch aufgebauten Zaunes werden in der Regel nur die Zuwanderung von Erdkröten, in selteneren Fällen auch die Rückwanderung der Erdkröten betreut. Die Abwanderung der Jungtiere, die Frühjahrswanderungen anderer Arten und die Herbstwanderung von Erdkröten werden dagegen nicht erfasst. Dies kann langfristig zum Aussterben von Amphibienpopulationen führen.
Die ganzjährige Installation eines Amphibienzaunes würde zwar zu einem weitgehenden ganzjährigen Schutz der Amphibien führen, sie bedeutete aber auch eine ganzjährige starke Beeinträchtigung von Wanderwegen für zahlreiche weitere Tierarten (Kleinsäuger, Eidechsen, Spinnen, Käfer, u.a.).
- Die ökologisch wichtigen Vernetzungen von Tierpopulationen durch Wanderungen über die Straße sind ganzjährig eingeschränkt - dies betrifft besonders die weniger mobilen Arten, denen die Querung in verkehrsarmen Zeiten ohne Behinderung durch einen Zaun gelingen kann.
- Da die Zäune in der Regel nur im Frühjahr gewartet werden, entstehen im Lauf des Jahres Undichtigkeiten im Bodenbereich.
Die Betreuung von provisorisch aufgebauten Zäunen ist sehr arbeits- und
zeitintensiv. Die Helfermotivation ist daher in der Regel nur dann
sichergestellt, wenn eine andere langfristige Lösung in Aussicht steht.
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