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Amphibienschutz an Straßen
Amphibienschutz an Straßen

Je nach Art legen bestimmte Amphibienarten seit vielen Jahrtausenden jedes Jahr bei ihren Wanderungen mehrere Kilometer zwischen den Sommer-/ Winterlebensräumen und den Laichgewässern zurück. Die immer größere Straßendichte führt dazu, dass die Wahrscheinlichkeit immer größer wird, dass die Tiere dabei eine Straße queren müssen.

Gerade im direkten Umfeld von Laichgewässern kann die Anzahl an überfahrenen Tieren so groß werden, dass die Existenz der Populationen auf dem Spiel steht. Besonders auffällig sind die Wanderungen der Erdkröte, die im zeitigen Frühjahr in großer Zahl und konzentriert auf wenige Meter Straße auftreten können. Wanderungen der anderen Arten sind nicht so auffällig, da sie nicht so konzentriert verlaufen und/oder weil die Tiere kleiner und damit für den Autofahrer nicht so auffällig sind - sie finden dennoch statt!.

Bei der Beurteilung der Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen sind der Artenschutz und die Verkehrssicherheit zu betrachten. Gerade bei auffälligen Wanderwegen ist davon auszugehen, dass immer Menschen bereit sein werden, den Tieren über die Straße zu helfen - ein hier zu beachtender zusätzlicher Aspekt ist der Helferschutz.

Schutzmaßnahmen sind immer auf der Ebene des Populationsschutzes zu betrachten: Es geht um das langfristige Überleben der Amphibienpopulationen, nicht um das Überleben des einzelnen Tieres. Je nach örtlicher Gegebenheit sind verschiedene Schutzmöglichkeiten und deren Kombinationen gegeneinander abzuwägen.

Folgende Faktoren sind zu berücksichtigen:

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Helferschutz

Es ist nicht tolerabel, wenn Menschen ohne Absicherung nachts auf einer regennassen Straße Amphibien über die Straße tragen (Haftungsfragen). Helferschutz hat somit oberste Priorität! Allein die Tatsache, dass an einem Straßenabschnitt Amphibien von Menschen betreut werden fordert zwingend, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Sicherung des Straßenabschnittes mit Warnschildern
    (Zeichen 101 mit Zusatzzeichen 1006-37!)
  • Versorgen der Helfer mit Warnwesten und gegebenenfalls Aufwandsentschädigung für Fahrkilometer, Taschenlampen und Batterien (natürlich Akkus verwenden! Fördermittel)

An stark befahrenen Straßen und/oder bei unübersichtlicher Lage sollten beidseits der Straße Amphibienschutzzäune installiert werden, so dass die Helfer die Betreuung neben der Straße durchführen können und sie sich immer nur kurzzeitig auf der Straße befinden. Bei besonders gefährlichem Verkehrsaufkommen empfiehlt sich zusätzlich die abwechselnd halbseitige Verkehrssperrung mittels einer Ampelanlage.

Die Mithilfe von Kindern muss gut überlegt werden: Einerseits erhalten Kinder durch die Mitarbeit unvergessliche Naturerlebnisse. Andererseits ist die Arbeit an einer Straße immer gefährlich und kann nur unter Aufsicht erfolgen (Haftungsfragen).

Vor allem traditionell betreute Wanderwege werden gerne von Schulklassen besucht. Hier sollten die Organisatoren (z.B. die Kreisgruppe) überlegen, ob sie nicht ca. 30 Warnwesten kauften, um in diesen Fällen alle Kinder entsprechend sichern zu können. Bei einem Preis von ca. 10 Euro ergibt es eine Summe von ca. 300 Euro, die einmalig für viele Jahre anfallen würde (Haftungsfragen).

Zu Beginn der Wandersaison sollte in einer Pressemitteilung auf die Wanderwege und den Einsatz von Helfern hingewiesen werden.

An Straßen mit besonders schnellem Verkehr und in unübersichtlicher Lage ist zu erwägen, ob gelegentlich Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden sollten.
Es ist zu empfehlen, die Amphibienschutzaktivitäten auch aus Helferschutzgründen auf Kreisebene zu koordinieren. Dies kann über die Kreisgruppe des BN, über den Landschaftspflegeverband oder über die Untere Naturschutzbehörde erfolgen.

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Artenschutz

Für Amphibienschutzmaßnahmen stehen nur begrenzt Gelder zur Verfügung. Auch fehlt oft ausreichende Manpower, d.h. es finden sich oft nur wenige Helfer. Wichtig ist daher die Konzentration der Gelder und Menschen auf die wichtigen Wanderwege. Parameter hierfür sind:

  • besonders individuenstarke Wanderwege (mehrere tausend Tiere)
  • Auftreten von Arten der Roten Liste.
  • besondere Bedeutung der Populationen in der Region

Die Bedeutung der Populationen in der Region lässt sich aus der Amphibienschutzkartierung des Landkreises und aus dem landkreiseigenen Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) erfahren. Dazu kann die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Auskunft geben.
Hierbei zu beachtende Faktoren sind unter anderem:

  • Anzahl und Populationsgrößen im für Amphibien erreichbaren Umfeld (Radius ca. 1000 - 3000 m)
  • Häufigkeit und Gefährdungsgrad der auftretenden Amphibienarten in der Region

Das heißt, dass ein Amphibienwanderweg mit 300 Erdkröten in Regionen mit großen Erdkröten - Populationen nicht unbedingt schützenswert, in Regionen mit „erdkrötenfreien" Flächen, mit wenig geeigneten Laichgewässern und kleinen Populationen durchaus schützenswert ist!

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Verkehrsicherheit

Die Zeiten, in denen Straßen wegen zu vielen überfahrenen Amphibien und dadurch rutschig gewordener Straße gesperrt werden mussten, sind fast vorbei.

Die Verkehrssicherheit ist vor allem dadurch eingeschränkt, dass Verkehrsteilnehmer versuchen, Amphibien auszuweichen, wenn sie diese auf der Straße entdeckt haben. Gerade in der Nacht und auf regennasser Straße kann dies zu Ausweichreaktionen führen, die einen Unfall zur Folge haben können.

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